

| Über das Singen |
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Viele Menschen verbinden mit dem Begriff Pfadfinder bestimmte Vorstellungen, bestimmte Klischees. Manche haben recht wenig mit der Realität zu tun, andere treffen eher zu. Es gibt aber kaum Gruppen unter dem bunten Haufen „Pfadfinder“, bei denen das Singen keine Rolle spielt. Singen ist die einfachste Art und Weise, Musik zu machen: Man muß nicht lernen, ein Instrument zu beherrschen - man kann spontan „aus sich heraus“ musizieren. Vielleicht mag das dann bei ungeschulten Stimmen ein bisschen kläglich klingen. Beim gemeinsamen Singen aber werden solche Unsauberheiten oft überdeckt. Pfadfinder, die ja den Anspruch haben, erzieherische Jugendarbeit zu leisten, machen sich den pädagogischen Wert des gemeinsamen Singens daher gerne zu Nutzen. Jeder kann es, und somit kann jeder zu einer Gruppenleistung, zu einem Gesamtklang beitragen. Bei keiner anderen Tätigkeit wird derart die Leistung des Einzelnen gefordert und gleichzeitig von jedem verlangt, in hohem Maße auf andere einzugehen, alles Egoistische abzulegen. Darüber hinaus macht das Singen den Pfadfindern einfach Spaß, sei es im Rahmen eines Singspiels mit den Jüngsten, in der Liederrunde am Feuer oder als Vorbereitung auf einen der zahlreichen Singewettstreite im kleineren oder größeren Rahmen. Große Unterschiede gibt es aber zwischen den einzelnen Singekulturen der verschiedenen Pfadfindergruppen. Beinahe jeder Stamm hat sein eigenes Liedgut, das sich nur teilweise mit dem anderer Stämme deckt: Unterschiedliche Melodien, Begleitungen, Strophen und Texte bei ein und demselben Lied sind häufig. Selbst innerhalb eines Stammes können sich von Generation zu Generation unterschiedliche Stile entwickeln. Neue Lieder kommen dazu, alte verschwinden oder werden anders interpretiert. Die Singekultur bei den Pfadfindern nur als „bunt“ zu bezeichnen, wäre also untertrieben.  |