

| Halstücher & Abzeichen |
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Prüfungen, immer nur Prüfungen; ist man davor nicht einmal bei den Pfadfindern gefeit? Nicht ganz. Wenn man wieder einmal mit einer dieser „angenehmen“ Situation konfrontiert wird, daß man zum Beispiel bei Dunkelheit und strömenden Regen im Wald sein Zelt aufbauen muß, so ist man sicher dankbar dafür, daß man vom Sippenführer im Heimabend mit so vermeintlich langweiligem Zeug wie Knoten konfrontiert wurde, statt wieder Fußball zu spielen. Zumindest wird die Nacht also nicht dadurch unliebsam gestört, daß das Seil, mit dem man gerade die Kohte am Baum festgemacht hat, durch ein Gewirr, welches man schnell mal als Befestigung definiert hat, hindurchrutscht und dem friedlich Schlafenden eine nasse Zusatzdecke beschert. Aber solche und ähnliche Situationen sollten ja eigentlich als Motivation zum Lernen der Pfadfindertechniken und Gebräuchen reichen. Warum dann noch das Ablegen einer Prüfung - nur für ein Tuch um den Hals oder ein Abzeichen?!  Angeblich soll es wirklich Leute geben, für die das den gesamten Antrieb liefert, aber so war das nicht gedacht: Die Proben stellen eine Bestätigung für den Sippling dar. Das Halstuch für den 3. Grad ist ein sicheres Zeichen, daß der Träger mit den alltäglichen Pfadfinderanforderungen auf Fahrt zurechtkommt; ein Zeichen für den Träger selbst, um ihm Sicherheit zu geben. Es ist auch ein Signal für die anderen, die nun wissen, dass sie ihm auch Aufgaben übergeben können, die ein gewisses Maß an Fähigkeiten voraussetzen. Und diese Fähigkeiten sind nicht Ohne: Knoten, Orientierung, Pflanzen bestimmen und Feuermachen kann man sich ja fast denken, aber nach dem 3. Grad weiß man auch was über die Geschichte der Pfadfinder, sollte etwas kochen, ein paar Lieder singen können und die Pfadfindergesetze beherrschen und man kann sogar die kleinere Wunde selbst versorgen.  Außerdem hat sich bei uns die Regel eingebürgert, daß nur Pfadfinder mit ausreichenden Kenntnissen auf Auslandsfahrten mitgehen dürfen; zu einer solchen Großfahrt muß man eben schon ein wenig Erfahrung mitbringen. Aber wie soll man wissen, ob jemand soweit ist - wohl nur durch einen kleinen Test, der bei uns in Form eines Waldlaufes durchgeführt wird. Es gibt dabei nur "Bestehen" oder „Noch mal versuchen“ - wer wie gut war, ist beim nächsten Lager meist schon wieder vergessen. Zur Anerkennung erhalten die Pfadfinder ein blau-rotes Halstuch.  Die nächste Herausforderung nach der 3.Grad-Probe ist die 2. Grad-Probe. Zur Anerkennung erhalten die Pfadfinder ein Abzeichen mit dem Wahlspruch der Pfadfinder: "Allzeit Bereit". Nach der 2. Grad-Probe sollten die Pfadfinder tatsächlich bereit und in der Lage sein, alleine eine Kohte aufzubauen, sich alleine mit Kompass und Karte im Wald zurecht zu finden und anderen etwas über die Entwicklung der deutschen Jugendbewegung erzählen können.  Auch bei den Wölflingen gibt es Proben. Die Kinder lernen schon einfache Knoten und Gesetze, welche kindgerecht in das Wölflingsspiel eingebettet sind. So lautet das Wölflingsgesetz zum Beispiel: "Der kleine Wolf folgt dem großen Wolf und der große Wolf lässt sich nicht gehen". Die erste Probe bei den Wölflingen ist die Jungwolfprobe - die Wölflinge erhalten zur Anerkennung ein orangenes Halstuch. |