

| 21. Hamburger Singewettstreit 1998 |
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Schon 1997 hatte unser Stammeschor am Hamburger Singewettstreit teilgenommen, dem wohl größten entsprechenden Wettbewerb in Deutschland. Letztes Jahr waren wir bis in die Endausscheidung im Hamburger Congreßcentrum vorgedrungen und hatten den 5. Platz erreicht. Für diesmal hatten wir uns vorgenommen, mindestens wieder in die Endrunde zu gelangen... doch bis dahin war es ein harter Weg.
VorbereitungenNachdem wir viele Lieder miteinander verglichen hatten, entschieden wir uns für den amerikanischen Folksong „Flora“ und das „Püntisch Liedlein“ aus dem 16. Jahrhundert, das von einem Bauernaufstand erzählt.Schon rund vier Monate, bevor es in Hamburg ernst werden würde, begannen wir mit regelmäßigen Chorproben. Letztes mal waren wir 10 Leute gewesen, diesmal waren wir 11: 5 Sängerinnen und 6 Sänger, eine recht große Truppe. Doch nicht nur der eigentliche Chor war in Hamburg dabei, sondern diesmal brachten wir einen eigenen „Fanblock“ mit, da wir diesmal nicht von den Kollegen vom Stamm Treverer aus Dieblich unterstützt werden konnten, die nicht dabei waren. Am Freitag mittag starteten wir mit Auto bzw. Zug nach Hamburg. Das Nachtlager schlugen wir bei Theron auf, der sich schon auf unsere Ankunft gefreut hatte. Abends zeigte er den Nicht-Sänger noch Hamburgs Nachtleben, allerdings erst, nachdem er sie mal richtig angezogen hatte (Gürtel in die Hose, Risse in der Hose von innen mit Klebeband flicken, Knöpfe annähen). Am Samstag morgen wurde es langsam ernst. Nach dem Frühstück fuhren die Sänger bis auf Kati und Nihal mit dem Transit zum CCH; letztere folgten mitsamt dem “Fanblock” mit der S-Bahn. Als wir alle komplett waren, liefen wir in die Uni, in der die Vorausscheidung stattfinden sollte. Nachdem wir uns angemeldet und erfahren hatten, wann und wo wir singen sollten, hatten wir sogar noch ein bißchen Zeit, um uns noch einmal einzusingen, letzte Veränderungen vorzunehmen und uns gegenseitig unserer Siegesgewißheit zu versichern, das aber auch nur, um unsere steigende Nervosität zu überdecken. Auf der BühneDann war es soweit: Die Jury betrat den Hörsaal, wir losten unsere Startnummer aus, einige einleitende Worte zu den Bewertungskriterien, und dann wurde gesungen. Mit uns am Start waren vier weitere Gruppen, teils ganz gut, teils weniger; insgesamt aber - nach unserer Einschätzung - durchaus harte Konkurrenz. Da war zum Beispiel eine Gruppe vom Zugvogel, die zu Viert a cappella zwei Lieder sangen, ein russisches Volkslied und eines, das die Schönheit des morgendlichen Ausrittes auf ungesattelten Pferden beschrieb. Auffällig war, daß - bis auf die Zugvögel und uns - jede Gruppe bemüht erschien, möglichst viele Instrumente mit auf die Bühne zu bringen, unabhängig davon, ob zufällig jemand in der Gruppe dieses Instrument auch spielen konnte. So hörten wir einige Blockflöten-Soli, viele Geigen und auch Percussion der unterschiedlichsten Couleur. Bei uns spielte bei Flora nur Jan Gitarre, beim Püntisch Liedlein noch Marc und Julian, der Blockflöte spielte. Als dann wir dran kamen, waren wir doch ziemlich aufgeregt. Schließlich hing von diesem ersten Auftritt so viel ab: Es würde sich zeigen, ob wir sofort schmählich ausscheiden oder ruhmreich weiterkommen würden. Jan meinte später, er habe total falsch gespielt; insgesamt hatten wir kein gutes Gefühl. Wir dachten alle nicht, besonders gut gewesen zu sein, und wünschten uns eigentlich nur eine zweite Chance. Aber dann verkündete die Jury ihre Entscheidung: Wir waren beste geworden! Das bedeutete, daß wir sofort und ohne noch einmal singen zu müssen in die Endausscheidung kamen. Natürlich freuten wir uns ziemlich. Wir gingen wieder zur Anmeldung, erhielten unsere Eintrittskarten und jeweils einen Stempel auf die Hand, der uns als Künstler auswies. Damit kamen wir, wie schon von letztem Mal gewohnt, durch den Hintereingang ins CCH. Dort waren gerade noch die Bühnenarbeiter mit Aufbau und Soundcheck beschäftigt. Bis wir endlich zu unserem eigentlichen Auftritt kamen, verging eine lange Zeit, die wir mit einem Mittagessen, einer Stellprobe und viel Leerlauf überbrückten. {mosimage}In unserer Kategorie der “traditionellen Singekreise”, die nach der Halbzeit dran kam, waren wir die zweite Gruppe. Insgesamt waren vier Gruppen in unserer Kategorie in die Endausscheidung gelangt. Als der Applaus für unsere Vorgruppe aufbrandete, betraten wir recht gelassen die Bühne - jetzt konnte eigentlich nichts mehr schiefgehen, schließlich hatten wir unser eigentliches Ziel, die Endausscheidung, ja bereits erreicht. Der Auftritt selbst ging sehr schnell vorbei, wir waren diesmal auch besser als in der Vorausscheidung. Nach dem Auftritt mußten wir uns noch eine kleine Ewigkeit gedulden, bis die Ergebnisse verkündet wurden. Dazu wurden wie immer alle Teilnehmer gemeinsam auf die Bühne gerufen. Das Ergebnis: Der zweite Platz für Stamm Kondor von der “Pfandfinderschaft” Süddeutschland (so steht es auf der Siegerurkunde). Am Sonntag abend erreichten die Transitfahrer nach langer Fahrt über leere Autobahnen Karlsruhe. Nächstes Mal werden wir wieder dabei sein... man wird noch von uns hören. Henning |