

| Gartenfest ’99 beim Stamm Tuareg |
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Auf das erste Maiwochenende fiel diesmal das traditionelle Fest bei den Tuareg an der Hedwigsquelle. Verbunden mit dem 10-jährigen Jubiläum des Stammes sollte auch wieder der Bundessingewettstreit stattfinden. Also alles so wie immer.
Diesmal allerdings war unser Chor nicht vorher - quasi als Generalprobe - in Hamburg gewesen, weswegen die Vorbereitungen zum Wettstreit ein bißchen zu kurz kamen. Die Liedauswahl war demnach auch eher kurzfristig abgeschlossen, aber meines Erachtens durchaus erfolgreich. Auf einer CD der bretonischen Band "Tri Yann" fanden Marc und ich ein wirklich schönes Liebeslied mit einer Melodie, die Marc aufgrund seiner klassischen Gitarrenausbildung schon kannte. Der dreistimmige Gesangssatz war schnell abgehört; Probleme bereitete uns nur der Text. Dank der modernen Kommunikationsmittel fanden wir im Internet alles, was wir suchten: Liedtext, Hintergrundgeschichte und Übersetzung... Na ja, die leider nicht. Das wäre nämlich eigentlich ganz interessant gewesen, denn selbst eingefleischte Französisch - Grundkursler und Halbfranzosen hatten mit den Unmengen an impressionistischen Metaphern so ihre Probleme. Der grobe Inhalt war aber schnell erfaßt: Es ging um die Schwester des Malers Emile Bernard, in die sich sein Freund Paul Gauguin unglücklich verliebt hatte. Denn die schöne Madelaine mit dem mandarinenfarbenen Haar erwählte einen Anderen und verabschiedete sich mit diesem in den fernen Orient. Als zweites Lied wählten wir das schon bekannte und bereits auf unserer CD "fabelbunt" veröffentlichte Lied: "As I went out", welches wir extra noch ein bißchen neu arrangiert hatten. Vorgabe der Veranstalter des Singewettstreites war dieses Jahr, daß ein Lied mit einer szenischen Ausschmückung versehen werden sollte. Da uns das nicht ganz so leicht von der Hand geht, gaben wir bei unserer stammesinternen bildenden Künstlerin Birgit eine Kopie eines Gemäldes von Gauguin in Auftrag, welches wir zu unserem Vortrag präsentierten. Soweit also die Vorbereitungen zum "großen Abend", dem unser schon rituelles Vorspiel vorangestellt wurde. Also mit dem Fahrrad runterfahren, Zelt aufbauen, Eis essen gehen, den Sippen zuhören, zu Abend essen, den anderen Stämmen zuhören, selber singen und gewinnen. Leider muß dieser Ablauf für dieses Jahr noch ein bißchen relativiert werden. Zunächst wären noch die teilnehmenden Stämme zu erwähnen: Da waren neben dem Stamm Treverer aus unserem Bund noch Vertreter des Stammes Bundschuh aus Karlsruhe, der Chor der Antares aus Reichenbach und eine Singegruppe eines Stammes aus Mannheim. Und wir natürlich. An was ich mich noch erinnere: Die Treverer sangen ein Lied von Rolf Zuckowski mit einem eigenen Text zum Thema "wie sich die Wölflinge des Stammes so auf dem Lager fühlen". Eingeschoben war ein furioses Flötensolo von Martin. Der Stamm Bundschuh sang unter anderem eine Bearbeitung einer barocken Fuge. Die Antares sangen ein slawisches Volkslied mit reichhaltiger Instrumentierung und einer flotten Tanzeinlage in authentischen Trachten. Der Stamm aus Mannheim sang ein Lied unter dem Motto "mein liebes Pferd beim Doktor". Das war ganz nett anzuhören und zu -sehen, da uns die Sänger (übrigens alles Mädchen) ihre persönlichen Wendy-Poster von überm Bett präsentierten. Es lag aber nicht nur an dieser Zurschaustellung der intimsten Träume, sondern sicherlich auch an der überzeugenden Sangesleistung, daß dieser Chor den ersten Preis machte. Wir kamen nur auf Platz 3. Mit dem Sieg (das wäre der dritte in Folge gewesen) hatten wir zwar nicht gerechnet - aber ein zweiter Preis hätte es schon sein dürfen... Den hatten uns dann aber die Antares weggeschnappt. Das waren ja auch die einzigen, die wirklich szenisch was dargestellt hatten. Beim nächsten Mal wieder... Bärbel, du kannst dir schon mal ein gutes Rezept überlegen! Der Abend gestaltete sich traditionell: prasselndes Feuer, während es draußen gewittert, viele Lieder und Geschichten und nette Leute. Gegen später (oder früher?) wurde die Liederrunde noch richtig bunt, da sich zu den üblichen Liedern aus der PSD noch einige der anwesenden RjB - Stämme gesellten. Also eine rundum gemütliche Sache, die mit dem obligatorischen Frühstücksbüffet abgerundet wurde. Dieses war übrigens sehr reichhaltig und machte einigen Treverern ob der vorzüglichen Bewirtung bestimmt enorm viel Spaß. Genauso wie allen Kondoren dieses Wochenende. Julian |