

| Portugalfahrt der Sippe Kormoran 1991 |
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Was macht man mit 150 DM, die noch aus ehemaligen Sippenzeiten übriggeblieben sind? Man läßt sie zwei Jahre liegen, zahlt dann noch ein kleines Sümmchen drauf, schnappt sich einen Rover mit Führerschein und fährt für 2 Wochen nach Portugal.
Die Idee war bestimmt gut und keiner von uns sechs übriggebliebenen Kormoranen fand die Alternative, ein Wochenende in Oberkirch oder im PAF zu verbringen, reizvoller, doch während unserer gesamten Vortreffen mußten wir immer wieder feststellen, daß da einige Schwierigkeiten auf uns zukamen, so daß es zwischendurch gar nicht mehr so rosig aussah. Letztendlich hat es aber dann doch geklappt. TJ erklärte sich bereit, uns zu begleiten und Arnim beim Fahren abzulösen, die Reiseroute wurde festgelegt, eingekauft, geputzt, gemacht, getan und am Samstag, dem 19. Oktober fuhren wir, nachdem alle abgeholt worden waren, endlich Richtung Portugal. {mosimage} Die Fahrt dauerte ihre zwei Tage, aber wir ließen uns auch genügend Zeit und sahen uns in Frankreich und Spanien auch schon mal etwas um. Am 21. fuhren wir dann endlich frühmorgens mit viel Gejohle über die Grenze. Wir befanden uns schon mitten im Nationalpark Montezinho, wo auch unser erster Anlaufpunkt, die Stadt Braganca lag. Nachdem wir uns dort von der Serpentinenfahrt erholt hatten, uns die Stadt angeguckt und uns unser erstes kleines Urteil über die portugiesische Mentalität gebildet hatten, fuhren wir wieder tiefer in den Naturpark, parkten unser Auto in einem kleinen Dörfchen und machten uns auf zu unserer ersten Wanderung. Ich glaube, für jeden von uns waren diese drei Tage auf seine Weise etwas besonderes. Landschaftlich war der Park sehr vielfältig. Mal flaches ödes Land, karg bewachsen, kaum ein Baum, nur vertrocknetes Gras - kurz darauf hügelige Landschaft mit Bäumen und kniehohen Sträuchern, mal alles wunderschön grün, kurz darauf vertrocknet oder zum Teil auch durch Brande verkohlt. Aber auch die steilen, hohen Berge, die ein Pfadfinder ja bekannterweise zum Wander braucht, gab es. Doch was am meisten auf uns Eindruck machte, waren die ärmlichen Verhältnisse, in denen die Einwohner der vielen kleinen Dörfer lebten. Die Felder wurden mit Ochsen und Holzpflug umgepflügt, ein Brunnen in der Mitte des Dorfes diente für alle Familien zum Wasserholen, die Häuser waren am Einfallen, der Müll lag überall verstreut herum, jedoch Fernseher gab es zuhauf. Es war schon ein tolles Gebiet und dadurch, daß das Wetter gut war, war die ganze Wanderung gelungen. {mospagebreak} Trotz alledem waren wir doch erleichtert, als wir zum Transit zurückkehrten, daß dieser unsere Abwesenheit einbruchsfrei überstanden hatte. Wir fuhren wieder zurück nach Braganca und machten dort unsere ersten Erfahrungen mit der portugiesischen Küche. Die Meinungen über unser "Lamm Montezinho" fielen recht einstimmig aus, doch wir ließen uns von diesem ersten Eindruck nicht täuschen und versuchten später in Porto noch einmal unser Glück. Am nächsten Tag fuhren wir gen Westen und schauten uns noch einige schöne Städtchen an. Das gesamte Gebiet hatte einiges zu bieten: Kirchen, Burgen, schöne Altstädte, Thermalbäder mit Bademützenpflicht, schöne Cafes und, und, und. Endlich kamen wir ins Douro-Tal. Wir fuhren es entlang und soweit das neben dem Fahrstil von Arnim ging, genossen wir es sehr. Großteils wurden im Tal Weinreben angebaut, welche jetzt im Herbst in allen Farben leuchteten. Doch leider - je näher wir dem Meer kamen, desto schlechter wurde das Wetter. {mosimage} Als wir schließlich in Porto ankamen, goß es in Strömen. Dort teilten wir uns in zwei Gruppen auf. Die einen machten eine Odysee quer durch die Stadt, um die modernen Bilder eines portugiesischen Künstlers zu bewundern, die anderen kauften sich Regenschirme und machten einen Spaziergang durch Portos Armenviertel, Slums und bewunderten eines der Merkmale Portos, nämlich eine riesige Brücke aus Eisen konstruiert von Gustav Eiffel. Später trafen wir uns wieder und fuhren zu einem Campingplatz. Dort stellten wir nur kurz den Bus ab, um dann mit dem städtischen Bus wieder reinzufahren. Wir suchten uns ein kleines Restaurant und versuchten uns zum zweiten Mal an der einheimischen Küche. Die meisten aßen Thunfisch, der nicht ganz so gelungen schien, der Rest aß einen Fisch, der sehr gut schmeckte, dessen Namen uns allerdings bis heute noch nicht bekannt ist. Hinterher suchten wir uns noch eine kleine Kneipe und als die dann schließlich zumachte, nahmen wir uns zwei Taxi , fuhren zum Campingplatz zurück, kletterten über die Mauer und legten uns zur Ruhe. {mospagebreak} Den nächsten Tag verbrachten wir auch noch in Porto, abends fuhren wir dann aber endlich zum Meer, doch auch da verbrachten wir nicht viel Zeit, denn Braga, die Kirchenstadt wartete. Als wir dort und auf dem hiesigen Campingplatz ankamen, schlug unser aller Fußballherz erst einmal höher, denn der Fußballclub Braga spielte gegen den aus Porto. Gegen Nachmittag gingen wir dann nach Braga rein, um uns die vielgerühmte Kathedrale anzugucken. Sie überzeugte nicht ganz so, was aber auch daher kommen kann, daß sie sich gerade im Umbau befand. Am Abend in der Stammeskohte mußten wir dann betrübt feststellen, daß diese wohl schon lange nicht mehr imprägniert worden war, und der noch immer anhaltende Regen machte uns schwer zu schaffen. Zum Glück gab es bei den Sanitären Anlagen einen großen, leeren Raum, in dem wir die Nacht verbringen konnten. Am nächsten Morgen war das Wetter wenigstens am Vormittag gut, sodaß wir unsere Sachen wieder trocknen konnten. {mosimage} Zum Abschluß stand jetzt noch unsere zweite Wanderung im Natioinalpark Peneda-Geres bevor. Der Park war ganz anders als der Erste. Die Gegend, in der wir wanderten, war sehr gebirgig, doch die einzelnen Berge bestanden aus großen einzelnen, über einander gestapelten Felsen, die völlig glatt waren. Man kann dieses eigenartige Bild nicht beschreiben. Die Einwohner waren wesentlich wohlhabender und dementsprechend sahen auch die Dörfer aus. Das Wetter war größtenteils schlecht und so brachen wir die Wanderung nach 2 Tagen ab. Wir verbrachten noch einen schönen Abschlußabend in einem verlassenen Anwesen und machten uns am Donnerstag, dem 31. Oktober wieder auf die Rückreise. {mospagebreak} Es gab noch einige Unstimmigkeiten, weil wir uns nicht einigen konnten, welchen Rückweg wir benutzen sollten, doch weil Arnim am Samstagabend wieder zu Hause sein mußte, wählten wir den gleichen Weg zurück, den wir auch auf dem Hinweg genommen hatten und da wir auch noch die ganze Nacht durchfuhren, waren wir Samstagmittag wieder in Karlsruhe. Die Krönung zum Abschluß war dann noch, als an der letzen Steigung vor der Ausfahrt Karlsruhe- Stupferich, nachdem wir 2 Wochen ohne jeglichen Pannen gefahren waren, uns der Diesel ausging. Doch auch dieses Problem lösten wir schnell, indem sich einer mit einem Pappschild hinstellte, auf dem groß und dick "Diesel" stand. Bald hielt ein Mann, dem wir 5l abkauften. {mosimage} Tja, das war unsere Portugalfahrt. Ich glaube, keiner hat es bereut und wäre im nachhinein doch lieber nach Oberkirch gefahren. Und unsere 150 DM haben wir nun doch noch gut angelegt, nämlich in ein Haufen lustiger und schöner Erinnerungen. Anna |