

| Herbstseminar 2003 |
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Der wichtigste Arbeitskreis in der Pfadfinderschaft Süddeutschland ist der Arbeitskreis Schulung. Hier trifft sich die Avantgarde des Bundes, um gemeinsam und in kreativer Harmonie die inhaltlichen Richtungen zu bestimmen, in die sich der Bund entwickeln soll. Diese werden den jungen Führern des Bundes dann bei den Lehrgängen näher gebracht.
Die Reform
In der Vergangenheit gab es deren zwei: Einerseits den Basislehrgang (früher: Sippenführerlehrgang) für angehende Sippenführer und Meutenhelfer, andererseits den Trupp- und Meutenführerlehrgang. Sollte der Basislehrgang die Grundlagen der aktiven Führungsarbeit vermitteln, ging es im Trupp- und Meutenführerlehrgang darum, diese Kenntnisse noch zu vertiefen. Nachdem wir vor einiger Zeit den Sippenführerlehrgang umfassend reformiert und zum jetzt anspruchsvolleren Basislehrgang umgeformt hatten, stellten wir fest, dass sein inhaltliches Programm weitgehend identisch war mit dem Trupp- und Meutenführerlehrgang. Die Teilnehmer des Aufbaulehrgangs beschwerten sich dann oft (und zu Recht) darüber, dass ihnen keine neuen Kenntnisse vermittelt würden, sondern sie alles schon mal gehört hätten. Weil die Teilnehmer darüber hinaus zudem älter sind als die des Basislehrgangs, erschien die tradierte Form des Frontalunterrichts weniger geeignet. Also musste dringend auch der Trupp- und Meutenführerlehrgang reformiert werden. {mosimage} So weit die Theorie. In der Praxis gestaltete sich der Reformprozess langwierig und erstreckte sich über mehr als ein Jahr, da die Einsicht in diese Notwendigkeit im Schulungskreis nicht gleich verteilt war. Hinzu kam, dass einige zögerten, die ausgetretenen, allerdings auch bewährten Pfade zu verlassen und einmal etwas Neues zu wagen. Doch dann konnte beim Schulungstreffen im September dieses Jahres endlich der Durchbruch erzielt werden. Wir wollen dabei nicht verschweigen, dass insbesondere Stamm Kondor hierbei eine Vorreiterrolle innehatte. Konkret einigten wir uns auf folgende Neuerungen: Der Lehrgang sollte zukünftig in Form eines Seminars stattfinden. Dies bedeutete freiwillige Teilnahme und Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen angebotenen Themen, die ausführlich in Blöcken von vier Stunden behandelt werden und bei der die aktive Mitarbeit der Teilnehmer gefördert wird. Dabei sollten die Teilnehmer durch die Seminare dazu angeregt werden, sich auch über das Wochenende hinaus mit bestimmten Themen zu beschäftigen. Diese deckten dabei ein breites Spektrum ab: Angeboten wurde dieses Jahr insbesondere Lagerbauten, Liedgut, Sternzeichen und Lagerfeuergeschichten, Gruppendynamik, Kreativität, Spiele für Drinnen und das Gestalten einer Stammeszeitung. Mit diesem vielfältigen Themenangebot wollen wir junge Führer in ihrer Entwicklung zu verantwortungsvollen und in ihrem Stamm oder im Bund Impulse gebenden Pfadfindern anregen. {mospagebreak} Das WochenendeWir verschickten eine große Zahl von persönlichen Einladungen, und rund 20 Teilnehmer sagten zu. An einem Wochenende im Oktober hatten wir alle ins Greifenheim nach Bruchsal eingeladen. Freitag Abend sollten alle Teilnehmer ankommen; weil manche aus Bad Neuenahr-Ahrweiler (wo übrigens Apollinaris herkommt) anfahren mussten und manche Schauenburger noch wichtige, uns unbekannte Dinge besprechen mussten, dauerte es bis nach 23 Uhr, bis wir mit dem ersten Programmpunkt beginnen konnten (nach dem in Bruchsal obligatorischen Maultaschen-Abendessen). Alle Teilnehmer mussten ein Lager für eine Pfadfindergruppe organisieren und dabei Schwierigkeiten meistern wie unverständliche Bahnfahrpläne, merkwürdige Heimvermieter am Telefon und sonderbare Wetterkapriolen. Doch schafften es alle, ein mehr oder weniger ansprechendes Programm auszuarbeiten. (Insbesondere die Kondor-Teilnehmer.) Nach diesem anstrengenden Simulationsspiel wollten alle nur noch ins Bett. {mosimage} Am nächsten Tag ging es dann richtig los: Die glücklichen Jungs und ein Mädchen, die sich für das Thema „Lagerbauten“ bei Tille entschieden hatten, fuhren auf den Greifenplatz und begannen, nachdem einige theoretische Grundlagen vermittelt worden waren, eine Spezialkohte aufzubauen. Die anderen blieben im Warmen und beschäftigen sich vormittags und nachmittags mit je einem Thema. Höhepunkt des Abends war ein vortreffliches kalt/warmes Büffet, das die Koch-AG unter Anleitung von Tuffi gezaubert hatte. Danach führte unser Chefastronom Mecki noch einige Interessierte ins astronomische Institut der Universität Heidelberg, wo man durch ein Teleskop schauen konnte. Andere zogen es vor, die begonnene Liederrunde in kleinerem Kreise fortzusetzen und dabei eine bislang unbekannte Sanges- und Gitarrenspielfreude bei den Schwarzen Adlern zu entdecken. Nach unruhiger Nacht – es waren zwar keine Teilnehmer vom Stamm Greif anwesend, aber einige jüngere Greifen hatten es sich lautstark im Keller bequem gemacht und verlustierten sich dort mit unseren hübschen Mädchen – wurde es Tag. Es gab noch einen letzten Seminarblock, dann endete das Seminar mit einem gemeinsamen Mittagessen und alle fuhren wieder nach Hause. Fazit und AusblickWir wollen uns nicht in falscher Bescheidenheit üben: Wir hatten mit positiven Reaktionen gerechnet, aber unsere Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Aus vielen Stämmen erfuhren wir, die Teilnehmer seien begeistert gewesen und hätten zum ersten Mal gemerkt, dass die PSD auch attraktive Aktionen bieten kann. Dies hat uns in unserer Auffassung bestätigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Trotzdem dürfen wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen: Beim nächsten Mal wollen wir eine noch breitere Auswahl an anspruchsvollen Themen bieten und dabei durchaus auch auf „externe“ Referenten zurückgreifen. Unser wichtigstes Ziel haben wir jedoch schon jetzt erreicht: Auch den Teilnehmern von unserem Stamm hat es gefallen. {mosimage}Julian und Henning |