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Pfadfinder sind Gruppen mit Kindern und Jugendlichen zwischen 10 und 15 Jahren. Im Folgenden lest ihr einiges darüber, was Pfadfindesippen machen und welche Ideen damit verbunden sind.
Pfadfinder im Alter von etwa 10 bis 15 Jahren sind im Stamm Kondor in kleinen Gemeinschaften von etwa 8 - 12 Menschen organisiert, Mädchen und Jungen zusammen - in Sippen. Dieser Begriff steht in vielen Nomadenstämmen und anderen Naturvölkern für „Kleinfamilie“. Sippen haben einen selbst gewählten Namen (zum Beispiel "Sippe Fennek") und einen entsprechenden Wimpel. Als feste Gruppe meistert die Sippe gemeinsam Schwierigkeiten. Dazu zählen verschiedenste Pfadiunternehmungen, angefangen bei den Fahrten über die Veranstaltung eigener Lager bis hin zu Singewettstreiten. Drei wichtige Bereiche machen das Sippenleben aus: Heimabend, Lager und Fahrt. Zum Heimabend trifft sich die Sippe regelmäßig einmal in der Woche für 2 Stunden. Im Vordergrund dieser Treffen steht die verbindliche Zusammenkunft der Sipplinge, bei jeder Gelegenheit draußen in der Natur. Die jungen Pfadis spielen zusammen und meistern gemeinsam viele Schwierigkeiten; so arbeitet die Sippe auch auf Pfadfinderproben hin, zum Erhalt von Halstüchern und Abzeichen. Mit der Begleitung von kleinen Sippenämtern, wie zum Beispiel Kassenwart, Feuerwart, Chronist oder Fahnenwart, können die Kinder schon früh für ihre Gruppe Verantwortung übernehmen, was bei den relativ kurzweiligen Heimabenden schon ansatzweise möglich ist, sich aber langfristig dann auf Fahrt und Lager realisiert. Unsere Lager finden in den Schulferien statt, in Selbstversorgerhütten oder mit Zelten auf einem Lagerplatz, allein mit der Sippe oder aber im Stammesverband mit allen Pfadfindern und Wölflingen. Das Programm auf Lagern orientiert sich oft an einer Spielidee, in der Vergangenheit so zum Beispiel „Römer & Gallier“, „Herr der Ringe" oder „Amazonas".  Nordwärts, nordwärts woll'n wir ziehen zu den Bergen und den Seen Wollen neues Land erleben, wolln auf Fahrten gehen.  Wollen frei sein wie ein Vogel, wiegen uns im kalten Wind, wolln den Ruf der Wildnis hören, wenn wir glücklich sind.   Woll'n durch Moor und Sümpfe waten, abends legen uns zur Ruh, Klampfen sollen leis' erklingen, singen immerzu.  Käuzchenschreie, Bäume rauschen, bis zum frühen Morgengrau,
über ausgequalmtem Feuer strahlt der Himmel blau  Wenn wir wieder heimwärts ziehen, sehnet jeder sich zurück, denkt an die vergangnen Fahrten, an vergangnes Glück  Dieser Text aus unserem Liedgut vermittelt vielleicht annähernd ein Gefühl für die Emotionen, die mit einer Fahrt verbunden sind; Wissen kann man es nur, wenn man mal selbst dabei sein durfte...Hiermit wären wir beim dritten Bereich - dem abenteuerlichsten und zugleich wichtigsten: Die Fahrt
"...woll'n auf Fahrten gehn" Diese sehr romantisch anmutende Tradition haben wir aus den Anfängen der deutschen Jugendbewegung, insbesondere der des Wandervogels übernommen. Die Begeisterung für Pfadfinderfahrten liegt in der Erfüllung unseres Abenteuerdranges, in dem damit verbundenen Freiheitsgefühl, und in der engen Verbundenheit mit der Gruppe, in der wir unterwegs sind. Auf Fahrt wird in der Regel gewandert, es gab aber auch schon Kanu- und Floßfahrten. Die Gruppe sorgt selbst für sich, kocht selbstständig - nach Möglichkeit natürlich auf Feuer. Schlafplätze werden auf Fahrt meistens spontan gewählt - die Möglichkeiten hierbei sind vielseitig: Offene Schutzhütten, Häuserruinen, Heuschober, Rohbauten, Futterkrippen, Bushaltestellenhäuschen, Burgruinen, Wiesen und Wälder haben Pfadfindern schon als Schlafstätte gedient. Brücken und ausgeschlachtete Wohnwagen mussten auch schon herhalten. Bei gutem Wetter ist es üblich und am Schönsten, unter freiem Himmel zu nächtigen, aber auch bei Regen sind wir mit unseren Zelten (Kohten), die in 4 Einzelteilen transportiert werden, nicht verloren. Diese Kohtenplanen, wie auch ein kleiner Vorrat an Fressalien werden gleichermaßen auf die Rucksäcke der Teilnehmer verteilt. Teure Anschaffungen sind für eine Fahrt nicht unbedingt notwendig. Wichtig ist, als Pfadfinder einen Wanderrucksack zu besitzen, der sich auch auf die Körpergröße des Tragenden einstellen lässt. Die Sippenführer können in der Regel kompetent Ratschläge beim Kauf von Dingen wie Rucksack und Schlafsack erteilen, und in Einzelfällen auch Ausrüstung zum Verleih organisieren. Festes Schuhwerk, das bis über die Knöchel reicht, ist wichtig, damit beim Wandern die Füße nicht müde werden oder bei „Querfeldeinmärschen“ gar umknicken können. Ein Regenponcho, der mit über den Rucksack passt, ist ebenfalls eine Anschaffung wert. (Beispielhafte Gepäckliste ) Unser Stamm geht regelmäßig mindestens alle 2 Jahre auf Großfahrt ins nahe Ausland, so waren wir in den letzten Jahren bereits schon mit Jungsippen in Schweden, in den spanischen Pyrenäen, in Polen auf Kanufahrt, in den Vogesen, in den Abruzzen in Mittelitalien, in Estland und zuletzt in Norwegen. Sippen gehen jedoch zu jeder Jahreszeit auf Fahrt, egal ob im heimischen Wald, im Schwarzwald, im Pfälzer Wald von Burgruine zu Burgruine, im Odenwald oder sonst wo. Neben diesen drei wesentlichen Bereichen, zu welchen die Sippe zusammenkommt - Heimabend, Lager, Fahrt - stehen auch immer noch weitere Aktivitäten auf der Liste unserer Vorhaben. Regelmäßig findet die Sonnwendfeier statt. Hier blickt der Stamm auf die vergangene Zeit zurück und darauf, welche Hürden im kommenden Halbjahr genommen werden sollen. Außerdem werden an den Sonnwenden Halstücher und Abzeichen verliehen und neue Gruppen offiziell zu Sippen ernannt. Alle Aktivitäten erlebt die Sippe als feste Gruppe unter der Führung ihres Sippenführers. |